2021 – das Jahr der Telematikinfrastruktur

3. Februar 2021 2 min. Lesezeit

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2021 – das Jahr der Telematikinfrastruktur

Was erwartet uns im Jahr 2021? Diese Frage lässt sich mit Blick auf die weltweit andauernde Corona-Pandemie derzeit nur schwer beantworten. Im Hinblick auf die Telematikinfrastruktur hingegen, bietet das neue Jahr interessante Updates und einen echten Mehrwert für die angebundenen Akteure des deutschen Gesundheitswesens. Gerne möchte ich hier einen Einblick in die wichtigsten TI-Neuerungen bieten und die jeweiligen Fachanwendungen in den folgenden Artikeln zum Thema genauer unter die Lupe nehmen.

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation fällt der Blick zuallererst auf DEMIS. Das Deutsche Elektronische Melde- und Informationssystem für den Infektionsschutz wird vom Robert Koch-Institut, der gematik und dem Frauenhofer FOKUS mit Unterstützung des BMG entwickelt und stellt eine Weiterentwicklung des existierenden Meldesystems für Infektionskrankheiten dar. Durch die aktive Unterstützung der gematik findet diese wichtige Anwendung zur Eindämmung von Pandemien bereits in diesem Jahr den Weg in die Telematikinfrastruktur.

Seit dem 1. Januar 2021 haben gesetzlich Versicherte ein Anrecht auf die Nutzung einer elektronischen Patientenakte (ePA). Die ePA wird für den Nutzer in Form einer App bereitgestellt und kann auf dem persönlichen Smartphone oder Tablet installiert werden. Mit der ePA startet die wichtigste Anwendung der TI, welche Patienten und Nutzer darin bestärkt, souverän und eigenverantwortlich mit ihren Gesundheitsdaten umzugehen.

Und damit kommen wir zum nächsten Highlight des Jahres. Der 1. Juli 2021 – das eRezept kommt! Mit der EinfĂĽhrung des elektronischen Rezeptes wird das bislang bekannte Rezept in Papierform zum Auslaufmodell. Ă„rzte können ab Mitte des Jahres ihren Patienten die Rezepte digital bereitstellen. Es gibt eine Ăśbergangszeit fĂĽr Ă„rzte und Apotheken die bislang ĂĽber keine TI-Anbindung verfĂĽgen – ab 2022 wird die Nutzung des eRezeptes fĂĽr alle verpflichtend sein.

Darüber hinaus erfährt die Fachanwendung KIM – die moderne Kommunikation im Medizinwesen – dieses Jahr ein Update, welches die Kommunikation aller TI-Teilnehmer wie Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten und Apotheker optimiert und den sicheren Austausch von Gesundheitsdaten garantiert.

Im Oktober 2021 wird die eAU – die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung – für alle Praxen Pflicht. Ab diesem Zeitpunkt sind Vertragsärzte dazu verpflichtet, die AU-Daten ihrer Patienten digital an die Krankenkassen übermitteln.

Neben den umfangreichen Neuerungen der TI und ihrer Anwendungen, startet im Sommer 2021 die freiwillige Anbindung von Pflegeeinrichtungen, Hebammen und Physiotherapeuten, welche frühzeitig von den Vorteilen der TI-Anbindung profitieren möchten.

Markus Dikty arbeitete bereits bei mehreren gesetzlichen Krankenversicherungen. Er war frühzeitig mit der Aufnahme und Optimierung von Ablaufprozessen beauftragt und führte neue Lösungen ein. Er war bereits in leitender Funktion bei einem Softwarehersteller für gesetzliche Krankenversicherungen tätig. Derzeit arbeitet Markus Dikty bei der opta data Gruppe. Dort ist er als Senior Fachexperte Digitalisierung für alle Fragestellungen rund um die Digitalisierung der Unternehmensgruppe zuständig. Er begleitet dabei den Weg in die Telematik-Infrastruktur.