GKV-Trendbarometer 4. Quartal 2022

16. Januar 2023 4 min. Lesezeit

GKV-Trendbarometer 4. Quartal 2022

Der folgende Beitrag zeigt, wie sich die Umsätze mit der GKV, die Anzahl der Verordnungen und der durchschnittlichen Verordnungswert im Zeitraum 4. Quartal 2022 in den Berufsgruppen „Sanitätshaus“, Orthopädieschuhtechnik“ und „Medizintechnik“ entwickelt haben. 

Sanitätshaus / Orthopädie-Technik / Reha-Technik (IK-33): Positive Entwicklung im Jahr 2022  

Wäre da nicht die aktuelle Kostenentwicklung, könnten die Sanitätshäuser auf ein gutes Jahr 2022 blicken. Die positive Umsatzentwicklung hat sich im 4. Quartal 2022 im durchschnittlichen Sanitätshaus (IK-33) verfestigt (Grafik 1). Gegenüber dem starken Vorquartal steigerte sich der Umsatz mit der GKV nochmals um 1,44 Prozent. Mit einem Plus von 7,3 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum können die Betriebe ebenfalls zufrieden sein. So konnten die teilweise drastisch gestiegenen Kosten einigermaßen abgefedert werden. 

Fazit: Mit einem Plus von 6,49 Prozent bezogen auf den GKV-Umsatz verlief 2022 insgesamt besser als das Jahr 2021. 

Grafik 1

Die Anzahl der Verordnungen stieg im „Sanitätshaus Mustermann“ im 4. Quartal 2022 gegenüber dem Vorquartal um 0,93 Prozent (Grafik 2). Der Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum (4. Quartal 2021) zeigt ein Plus von 4,64 Prozent. Insgesamt stieg die Anzahl der Versorgungen im Jahr 2022 gegenüber 2021 um 4,14 Prozent. 

Grafik 2

Sehr konstant stellt sich im Jahr 2022 der durchschnittliche Wert einer Verordnung dar. Im 4. Quartal 2022 (Grafik 3) ist der Wert gegenüber dem Vorjahresquartal unverändert. Blickt man auf den Jahresvergleich 2022/2021, ergibt sich eine unwesentliche Steigerung von 0,27 Prozent.  

Grafik 3

Orthopädieschuhtechnik (IK-34): Solides Jahr

Das Jahr 2022 verlief für einen durchschnittlichen IK-34-Betrieb solide. Mit einem Plus von 2,26 Prozent beim Umsatz mit der GKV gegenüber 2021 könnte die Branche zufrieden sein, wenn da nicht auf der Ausgabenseite die deutliche Steigerung der Kosten für eine Versorgung stehen würden.

Im Quartalsvergleich entwickelt sich die Kennzahl GKV-Umsatz zum dritten Mal hintereinander mit einem Plus von 0,81 Prozent positiv (Grafik 4). Verglichen mit dem 4. Quartal 2021 steht im Berichtszeitraum eine Steigerung von 2,29 Prozent für den durchschnittlichen OST-Betrieb zu Buche.

Grafik 4

Die Verordnungsanzahl bei „OST-Mustermann“ stieg mit 1,99 Prozent im 4. Quartal 2022 gegenüber dem Vorquartal an (Grafik 5). Leicht negativ (minus 1,01 Prozent) stellt sich der Vergleich im Berichtszeitraum mit dem 4. Quartal 2021 bei der Anzahl der Versorgungen dar.
Der Jahresvergleich 2022/2021 zeigt sich insgesamt bei der Kennzahl „Verordnungsanzahl“ noch leicht positiv mit einem Plus von 0,57 Prozent.

Grafik 5

Der durchschnittliche Wert eines Rezeptes im OST-Betrieb (Grafik 6) lag im 4. Quartal 2022 bei 183,79 Euro (Jahresdurchschnitt: 192,02 Euro) und damit zum dritten Mal in Folge rund um die „Marke“ 180 Euro.

Grafik 6

Medizintechnik (IK-59): 2022 im Plus

0,84 Prozent weniger Umsatz mit der GKV erzielte ein IK-59-Betrieb im 4. Quartal 2022 (Grafik 7) gegenüber dem starken Vorquartal. Zieht man den Vorjahreszeitraum 2021 heran, ergibt sich ein Plus von 0,87 Prozent.

Insgesamt ergibt sich für das Jahr 2022 gegenüber 2021 ein Plus von rund 4,3 Prozent bei der Kennzahl „GKV-Umsatz“. Die generell gestiegenen Kosten trüben aber auch das Bild in der Medizintechnik.

Grafik 7

Die Anzahl der Verordnungen (Grafik 8) stieg im 4. Quartal 2002 verglichen mit dem 3. Quartal 2022 in einem durchschnittlichen IK-59-Betrieb um 1,16 Prozent. Der direkte Quartalsvergleich 2022/2021 fällt dagegen mit rund minus 4,31 Prozent negativ aus. Der Jahresvergleich zeigt insgesamt ein Minus von 6,37 Prozent bei der Verordnungsanzahl.

Grafik 8

Der Durchschnittswert einer Versorgung im Bereich Medizintechnik ist im 4. Quartal 2022 gegenüber dem 3. Quartal 2022 gesunken und steht aktuell bei 383,36 Euro (Grafik 9). Diese Kennzahl liegt damit auf dem Niveau des 2. Quartals 2022 und um rund 6 Euro niedriger als im Vorjahreszeitraum. Vergleicht man den „Verordnungswert“ über das ganze Jahr hinweg, ergibt sich für 2022 gegenüber 2021 ein Plus von 4,39 Prozent.

Grafik 9

Hintergrund:

Grundlage der Datenerhebung sind die durch die Kunden der opta data Finance GmbH, Essen, abgerechneten Verordnungen zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen. Die Daten wurde anonymisiert, bereinigt und auf den Gesamtmarkt hochgerechnet und daraus ein Durchschnitt für eine einzelne Betriebsstätte (IK-33, IK-34, IK-59) gebildet. Der Vollständigkeit sei hier erwähnt, dass andere Einnahmen in den Betrieben z.B. mit privaten Kostenträgern, möglichen privaten Einkäufen oder die üblichen, von den Patienten zu tragenden Mehrkosten, nicht berücksichtigt sind.

Hinweis:

Die hier dargestellten Trends sind nicht mit den einschlägigen Statistiken der GKV über den Hilfsmittelmarkt zu vergleichen, da diese Erhebung auf Basis einer speziellen Betriebsart (nach IK-Nummer) durchgeführt wird. Die allgemein zugänglichen Daten zur GKV-Finanzentwicklung dagegen betrachtet in ihren „Konten“ Ausgaben nach verschiedenen Produktgruppen, die nicht nach dem „Verursacher“ z.B. einem Sanitätshaus, einem orthopädieschuhtechnischen Betrieb oder einem Unternehmen der Medizintechnik unterschieden werden.

Bernhard_Koette

Bernhard Kötte ist bei der opta data Finance GmbH Business Development Manager für den Geschäftsbereich Hilfsmittel und beobachtet in dieser Rolle aktuelle Marktentwicklungen.