Die Telematikinfrastruktur: Ausblick 2024

25. Januar 2024 3 min. Lesezeit

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Die Telematikinfrastruktur: Ausblick 2024

Die Fachanwendungen der Telematikinfrastruktur sind die konkreten digitalen Werkzeuge, die von Patient:innen und Leistungserbringer:innen zukünftig gleichermaßen genutzt werden können. Was es in 2024 rund um die technischen Entwicklungen in der Telematikinfrastruktur an Neuigkeiten und aktuellen Meldungen gibt, haben wir übersichtlich für Sie zusammengefasst.

Der eVO-Prozess muss abschließend definiert werden

Mit der elektronischen Verordnung (eVO) können innerhalb der Telematikinfrastruktur Verordnungen in elektronischer anstatt in Papierform erstellt und ausgestellt werden. Nicht nur die Ausstellung der Verordnungen geht damit schneller, sondern der gesamte Prozess bis hin zur Einlösung in den Apotheken wird verschlankt und effizienter.

Dank der elektronischen Verordnung (eVO) profitieren in Zukunft alle Leistungserbringer:innen von den Vorteilen der Digitalisierung. Denn die eVO erreicht den Behandler/die Behandlerin zukünftig deutlich schneller als die klassische Papiervariante.

Ausgedruckte Rezepte und Verordnungen sollen in 2024 durch eine digitale Lösung ersetzt werden. Der Prozess dahinter ist jedoch noch nicht abschließend definiert.

Gemeinsam mit weiteren Partnern und Verbänden aus der Branche gestaltet opta data den Prozess der elektronischen Verordnung in verschiedenen Pilotprojekten mit.

Pilotprojekt zur weiteren Digitalisierung des elektronischen Leistungsnachweises

Auf dem elektronischen Leistungsnachweis müssen alle für die Abrechnung erforderlichen Informationen zum/zur Patient:in, des Kostenträgers und der erbrachten Leistungen dokumentiert werden. Außerdem muss die Unterschrift des/der Patient:in erfolgt sein, um den Erhalt der dokumentierten Leistungen zu bestätigten. Seit 2023 ist die digitale Übersendung des Leistungsnachweises an die Kranken- und Pflegekassen nun Pflicht für Pflegebetriebe.

In einem gemeinsamen Projekt der opta data mit der BAHN-BKK, der HyCARE und dem ambulanten Pflegedienst care-4-you wird aktuell ein vollständig digitaler Prozess von der Dokumentation der erbrachten Leistung bis zur Abrechnung umgesetzt und erprobt. Dabei wird der Leistungsnachweis tatsächlich auf Basis der in den mobilen Lösungen der jeweiligen Pflegekraft erstellten, digitalen Leistungsdokumentation erstellt. Selbstverständlich enthält der so erstellte Leistungsnachweis sämtliche vertraglich vereinbarten Informationen. Das Pilotprojekt bezieht sich auf Leistungen der häuslichen Krankenpflege im SGB V.

Zur eindeutigen Authentifizierung der Pflegekraft, welche die Pflegeleistung erbringt und dokumentiert, wird die Online-Ausweisfunktion (eID-Service) genutzt. Der eID-Service des Bundesministeriums des Inneren und für Heimat ist ein staatliches und hochsicheres Identifizierungsmittel. Auch für die Leistungsbestätigung durch den Pflegebedürftigen oder einen entsprechenden Vertreter wird mit der Vor-Ort Auslesefunktion ein weiterer eID-Service integriert.

Der ambulante Pflegedienst care-4-you kann den digitalen Leistungsnachweis in der Branchensoftware der HyCARE erstellen, digital unterzeichnen und speichern und über die egeko-Schnittstelle an die Bahn-BKK übermitteln.

In 2024 soll der Prozess rund um den Leistungsnachweis mithilfe der Einbindung des eID Personalausweises nun weiter digitalisiert werden.

Die ePA wird weiter ausgebaut

Die elektronische Patientenakte (kurz ePA) ist das Herzstück der Telematikinfrastruktur. Fast alle Prozesse im Gesundheitswesen sind vor dem Auf- und Ausbau der Telematikinfrastruktur analog gewesen: Anamnesen wurden auf Papier geschrieben, Behandlungspläne geplant und ausgedruckt, Patientenakten in Schränken und Rollcontainern gelagert und Rezepte per Fax von A nach B verschickt.

Auch heute noch benötigen im Gesundheitsbereich viele Prozesse Stift und Zettel. Das Ziel der gematik ist es, viele dieser Prozesse nach und nach zu digitalisieren und online abbilden zu können. Die Anwendungen der Telematikinfrastruktur sollen dabei helfen.

In der ePA können Patient:innen ihre eigenen medizinischen Daten zentral speichern und verwalten und ihren behandelnden Ärzt:innen und Therapeut:innen zur Verfügung stellen. Mit jeder neuen Anamnese, jedem:jeder neuen Ärzt:in und jeder neuen Therapie kann die ePA ergänzt werden – von Ärzt:innen direkt, aber auch von Angestellten wie MFAs. Ziel ist es, immer einen aktuellen Stand der medizinisch relevanten Dokumente und Informationen abzubilden.

Bereits seit Anfang 2021 können Patient:innen die ePA-App bei vielen Krankenkassen herunterladen. Seither haben sich allerdings noch einige wichtige Änderungen ergeben: Weitere Dokumente wie der Mutterpass oder der Impfausweis können nun elektronisch in der ePA hinterlegt werden. Zudem können Versicherte seither für jedes in der ePA gespeicherte Dokument die Zugriffsberechtigungen eigenständig festlegen. Dies bedeutet einen höheren Schutz sensibler Daten und mehr Selbstbestimmung für Patient:innen im Umgang mit ihrer Patientenakte.

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